24-Stunden-Pflege: Welche Kosten werden übernommen?

Die Bandbreite an Hilfeleistungen, die von Krankenkassen und Pflegeversicherungen bezuschusst werden, reicht von der einfachen Hilfe und Beaufsichtigung bei alltäglichen Arbeiten bis hin zu 24 Stunden Pflege. Die Kosten für die unterschiedlichen Pflegeformen sind im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung klar definiert. Eine der genannten Leistungen ist die Kurzzeitpflege.

Die bei der 24-Stunden-Pflege entstehenden Kosten können zum Teil von den Krankenkassen beziehungsweise der Pflegeversicherung übernommen werden. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema Kurzzeitpflege zur Verfügung.

Besondere Arten der 24-Stunden-Pflege und die Aufstellung der Kosten

Die Kurzzeitpflege ist eine Form der 24-Stunden-Pflege – die Kosten bleiben gleich, aber nicht für jeden kommt eine Bezuschussung für diese Art der Betreuung infrage. Ob die Unterstützung für Sie von Ihrer Krankenkasse genehmigt wird, hängt auch von der Erkrankung der/des Betroffenen ab. Im Folgenden möchten wir Ihnen die Definition und die Voraussetzungen für die Kurzzeitpflege erläutern.

Das Pflegegeld für die häusliche Pflege (Vorher/nachher)

Pflegebedürftigkeit (in Stufen)Leistungen seit 2015/pro MonatPflegebedürftigkeit (in Graden)Leistungen ab 2017/pro Monat
Pflegegrad 1**
Pflegestufe 0123 €Pflegegrad 2316 €
Pflegestufe 1244 €Pflegegrad 2316 €
Pflegestufe 1 (mit Demenz*)316 €Pflegegrad 3545 €
Pflegestufe 2458 €Pflegegrad 3545 €
Pflegestufe 2 (mit Demenz*)545 €Pflegegrad 4728 €
Pflegestufe 3728 €Pflegegrad 4728 €
Pflegestufe 3 (mit Demenz*)728 €Pflegegrad 5901 €

Die Pflegesachleistungen für die häusliche Pflege (Vorher/nachher)

Pflegebedürftigkeit (in Stufen)Leistungen seit 2015/pro MonatPflegebedürftigkeit (in Graden)Leistungen ab 2017/pro Monat
Pflegegrad 1**
Pflegestufe 0231 €Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1468 €Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1 (mit Demenz*)689 €Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 21.144 €Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 2 (mit Demenz*)1.298 € €Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 31.612 €Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 3 (mit Demenz*)1.612 €Pflegegrad 51.995 €
Härtefall1.995 €Pflegegrad 51.995 €
Härtefall (mit Demenz*)1.995 €Pflegegrad 51.995 €

Wie werden Pflegegeld und Pflegesachleistungen miteinander verrechnet?

Beispiel:

Ein Pflegebedürftiger des Pflegegrades 2 nimmt Pflegesachleistungen für die Dienste eines Pflegediensten in Höhe von 344,5 Euro in Anspruch. Der ihm zustehende Höchstbetrag beläuft sich auf 689 Euro. Er hat somit die Sachleistungen zu 50 % ausgeschöpft. Vom Pflegegeld in Höhe von 316 Euro stehen ihm noch 50 % zu, also 158 Euro.

Verhinderungspflege (vorher/nachher)

Pflegebedürftigkeit (in Stufen)Leistungen seit 2015/pro MonatPflegebedürftigkeit (in Graden)Leistungen ab 2017/pro Monat
Pflegegrad 1**
Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

Pflegestufe 1-3

1.612 € für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu sechs WochenPflegegrad 2-51.612 € für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu sechs Wochen

 

1.612 € pro Jahr für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bis zu 6 Wochen. Hierzu kann außerdem 50 % (806 €) aus der Kurzzeitpflege hinzugerechnet werden. Die Verhinderungspflege kann vor allem dann angewendet werden, wenn die private Pflegeperson Urlaub macht oder durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert ist.

Pflegehilstmittel (vorher/nachher)

Pflegebedürftigkeit (in Stufen)Leistungen seit 2015/pro MonatPflegebedürftigkeit (in Graden)Leistungen ab 2017/pro Monat
Pflegegrad 140 €
Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

Pflegestufe 1-3

40 €Pflegegrad 2-540 €

 

Dieser Betrag kann für Geräte und Sachmittel verwendet werden, welche zur häuslichen Pflege notwendig sind oder diese erleichtern.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (vorher/nachher)

Pflegebedürftigkeit (in Stufen)Leistungen seit 2015/pro MonatPflegebedürftigkeit (in Graden)Leistungen ab 2017/pro Monat
Pflegegrad 14.000 €
Pflegegrad 1

(wenn mehrere Antragsberechtigte zusammenwohnen)

16.000 €
Pflegestufe 04.000 €Pflegegrad 2-54.000 €
Pflegestufe 0 (mit Demenz*)

Pflegestufe 1-3

(wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammenwohnen)

16.000 €Pflegegrad 2-5

(wenn mehrere Antragsberechtigte zusammenwohnen)

16.000 €

Steuerliche Vergünstigungen (bis zu 4000€/Jahr):

Möglichkeit der Verrechnung als haushaltsnahe Dienstleistung oder als außergewöhnliche Belastung mit der Einkommensteuer. Befragen Sie hierzu am besten ihren Steuerberater, da wir rechtlich nicht berechtigt sind eine steuerliche Beratung durchzuführen.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen – Entlastungsbetrag

Ab dem 01. Januar 2017 erhalten Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die ambulant gepflegt werden, einen einheitlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 € monatlich. Dieser Betrag kann zum Beispiel zur Sicherstellung einer Betreuung im Alltag oder zur Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung in Anspruch genommen werden.

*Gilt für Personen mit dauerhaft eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI – das sind vor allem an Demenz erkrankte Menschen.

**Bei Pflegegrad 1 gewährt die Pflegeversicherung Leistungen nach § 28a SGB XI

Was versteht man unter dem Begriff „Kurzzeitpflege“?

Die Kurzzeitpflege bezeichnet eine zeitlich begrenzte Unterstützung, die der Pflegebedürftige in Anspruch nehmen muss, weil besondere Umstände (zum Beispiel Krankheiten) dazu führen. Die Gründe dafür können verschieden sein. Meist kann der sonst pflegende Angehörige die Pflege aus privaten oder beruflichen Gründen nicht übernehmen. Die Kurzzeitpflege soll also einen Zeitraum (von maximal acht Wochen) überbrücken. Möglicher Grund: Der Betroffene muss nach einem Krankenhausaufenthalt für die Zeit der Genesung intensiver betreut werden, und eine Pflege vor Ort kann nicht gewährleistet werden.

Ein weiterer Grund ist, dass Angehörige die Intensivpflege nach einer Operation nicht sachgerecht leisten können. Ebenso kann eine Kurzzeitpflege notwendig werden, wenn sich der Angehörige physisch beziehungsweise psychisch überfordert fühlt oder während der fraglichen Zeit selbst krank wird oder im Urlaub ist. Auch bei einer Verschlimmerung eines Krankheitsbildes in dem Maße, dass eine stationäre Betreuung und Obhut notwendig wird, kann die Kurzzeitpflege eine Lösung sein. Häufig ist es auch schlichter Zeit- oder Platzmangel, der zu dieser Form der Pflege führt. Soll eine Person zu Hause gepflegt werden, sind oft Umbaumaßnahmen erforderlich. Während dieser Zeit ist eine stationäre Unterbringung oft nicht zu umgehen. Das Gleiche gilt für die Überbrückung, wenn im Heim kein Platz frei ist.

Welche Voraussetzungen sind für die Kurzzeitpflege nötig?

Die Kurzzeitpflege ist nur an eine Voraussetzung gebunden: Die zu pflegende Person muss einen Pflegegrad (früher: Pflegestufe) attestiert bekommen haben. Personen mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Kurzzeitpflege. Aus der früheren Pflegestufe 0 wurde Anfang 2017 der neue Pflegegrad 2. Letzterer gilt meist für Personen, die aufgrund geistiger Erkrankungen, wie zum Beispiel Demenz, eine regelmäßige Hilfe im täglichen Leben benötigen. Hier kann ein Antrag auf eine Kurzzeitpflege gestellt werden.

Seit Januar 2016 können auch Personen, die nicht dauerhaft pflegebedürftig sind, die Kosten für eine Kurzzeitpflege von ihrer Kranken- oder Pflegeversicherung erstattet bekommen. Über die sogenannte Übergangspflege sind beispielsweise die Kosten für Pflegeleistungen nach einer schweren Operation abgedeckt. Der Antrag auf Kurzzeitpflege ist vom Pflegebedürftigen oder dem entsprechenden Vertreter zu stellen. In der Regel sind die Pflegekassen oder die Sozialdienste der Pflegeheime oder Krankenhäuser dabei behilflich. In Krisensituationen, in denen eine Unterbringung ohne vorherige Prüfung des Antrages notwendig wird, kann eine Kurzzeitpflege auch mit entsprechendem Attest eines Pflege- oder Sozialdienstes zeitnah ermöglicht werden.

Welche Leistungen zählen zur Kurzzeitpflege, welche Kosten werden erstattet?

Zu den Leistungen der Kurzzeitpflege zählen in erster Linie die Kosten für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung sowie die Verpflegung des Patienten. Die Dauer ist in der Regel auf vier Wochen (28 Tage) pro Kalenderjahr beschränkt, kann aber über die sogenannte Verhinderungspflege um weitere vier Wochen verlängert werden. Verhinderungspflege wird in der Regel nicht stationär, sondern ambulant im Wohnumfeld des Betreuten durchgeführt.

Zu den Leistungen der Kurzzeitpflege gehören außerdem die Inanspruchnahme von Kosten für die Hilfe von Sozialdienstmitarbeitern und Kosten für Programme der Pflegeeinrichtung vor Ort. Dazu zählen zum Beispiel auch Kosten für die meist hauseigenen Programme, die eine sinnvolle Tagesbeschäftigung ermöglichen sollen. Das sind unter anderem Gesundheitsschulungen ebenso wie Gymnastik, Mobilisierung, Spaziergänge und Beschäftigungstherapien. Der größte Teil der Kosten für die Kurzzeitpflege ist aber den eigentlichen Pflegeleistungen vorbehalten. Dazu gehören die Grundpflege, also alle Alltagstätigkeiten, bei denen der Patient Unterstützung benötigt, die Behandlungs- und Körperpflege, An- und Auskleiden sowie die Ernährung. Maßnahmen zur Rehabilitierung, also die Durchführung von Maßnahmen, die die Sprach- und Bewegungsfähigkeit verbessern sollen, werden ebenfalls mitgerechnet.

Welche Kosten werden übernommen?

Die Kosten für die Kurzzeitpflege unterscheiden sich je nach Pflegeeinrichtung stark. Letztere orientieren sich zwar an den Leistungen, die Patienten über die Pflegekasse zu erwarten haben, allerdings lohnt sich immer ein Vergleich. Besonders bei den Tagessätzen für Unterbringung und Verpflegung können schnell erhebliche Summen zusammenkommen. Die Kosten für die Kurzzeitpflege sollten in der Regel über die gesetzliche Pflegeversicherung gedeckt sein. Dieses System erlaubt der pflegebedürftigen Person einen Kurzpflegeaufenthalt von maximal 28 Tagen pro Kalenderjahr. Zu diesem Zeitraum und der entsprechenden Erstattung können die Leistungen für die sogenannte Verhinderungspflege hinzugerechnet werden. Dadurch verdoppelt sich der Anspruch. Der Leistungsanspruch für die Kurzzeitpflege beträgt pro Kalenderjahr 1.612 Euro. Der Anspruch für die Verhinderungspflege besteht für den gleichen Förderzeitraum und in gleicher Höhe.

Haben Sie Interesse an einer 24-Stunden-Pflege, deren Kosten die Pflegeversicherung wenigstens zum Teil übernimmt? Dann klicken Sie einfach auf den unten stehenden Link, über den Sie auf unseren Fragebogen gelangen!